60 Jahre Posaunenchor in Grabow

Festgottesdienst 60 Jahre Posaunenchor Grabow 18.10. und Regionaler Reformations-Festgottesdienst 31.10.

1958 kam Arwed Hammermeister als Katechet (heute nennen wir das Gemeindepädagogischer Mitarbeiter) in die Kirchengemeinde Grabow und gründete 2 Jahre später auch einen kleinen Posaunenchor. Bis heute wird manchmal davon erzählt, wie Heilig Abend vom Turm der Stadtkirche herab dessen Blasinstrumente erschallten.

Vielleicht hat mancher daran denken müssen, als die heute im Grabower Posaunenchor Aktiven am Ostersonntag diese alte Tradition aufleben ließen und mitten in der Corona-Zeit vom Kirchturm Osterfreude über der Stadt verkündeten. Damit wollten wir das Jubiläumsjahr unseres Chores einleiten. In den darauf folgenden Wochen sind wir mehrfach in die zu dieser Zeit noch nicht für Besucher offenen Seniorenpflegeheimen am Gänseort und in Prislich gegangen und haben dort für die Bewohner (von draußen her) musiziert.

Und wir haben kräftig für unseren Festgottesdienst am 18.Oktober geübt und uns dazu Landesposaunenwart Martin Huss eingeladen sowie als Ehrengast den Gründer des Posaunenchores, Arwed Hammermeister, der seit vielen Jahren in Güstrow lebt und inzwischen 86 Jahre alt ist! Zur Unterstützung luden wir auch den benachbarten Posaunenchor Brenz ein, erstellten einen anspruchsvollen Ablauf von Bläserstücken für den Festgottesdienst und probten dafür Anfang Oktober gemeinsam in der Grabower Kirche – schön auf Abstand. Sogar die mecklenburgische Kirchenzeitung berichtete davon am Festwochenende.

Am 18.Oktober war dann der große Tag gekommen. Arwed Hammermeister hatte außer seiner Tuba seinen Enkel Adrian und weitere Familienmitglieder mitgebracht sowie ein großartiges Geschenk: einen nagelneuen Bariton, den Adrian in diesem Gottesdienst einspielen durfte. So waren wir nun 16 Bläser*innen, ausgerüstet mit Tropfenschutz auf den Schalltrichtern und auf Abstand sitzend, die unter Leitung von Martin Huss u.a. ,,Himmelsröte/Morgenlob“ von Claudia Huss, ,,Consolation“ von Louis Lewandowski, ,,The Lord is my shepherd“ von Brian Boniwell und ,,Locus iste“ von Anton Bruckner zu Gehör brachten und die 86 Gottesdienstteilnehmer zum Mitsingen und Klatschen einluden, darunter auch ehemalige Bläser*innen unseres Posaunenchores.

Dieter Hofmann und Lothar Hecht wurden im Lauf des Gottesdienstes von Martin Huss für ihre über 50jährige bläserische Mitwirkung mit der Goldenen Bläsernadel ausgezeichnet. Wir Grabower bedankten uns bei unseren Gästen mit Grabower Küsschen und im Anschluss ließen wir den Vormittag mit den Ehrengästen bei einem schönen Mittagessen im Hotel ,,Stadt Hamburg“ ausklingen.

Schon knapp 2 Wochen später war Martin Huss erneut zu Gast und leitete musikalisch den einen der beiden Reformationsgottesdienste der Kirchenregion Ludwigslust- Dömitz auf dem Grabower Kirchenplatz – auch hier waren 85 Teilnehmende unter freiem Himmel versammelt, Altar und Lesepult mit den Pastor*innen und Lektorinnen auf einem großen geschmückten Anhänger vor dem Gemeindehaus, die Bläser*innen der Region vor der Nordwand der Stadtkirche, wie die Gemeinde auf Stühlen sitzend, die die Stadt Grabow für diesen Anlass bereitgestellt hatte.

So klang ein erfüllter Jubiläumsmonat aus, und wir sind Gott dankbar, dass dies in einem so besonderen Jahr mit seinen vielen Einschränkungen möglich war!